Geschichte des Schachspiels

Die Anfänge

Ursprung und Geschichte des Schachspiels sind nicht eindeutig geklärt. Es wird vermutet, dass es zwischen dem 3. und 6. Jahrhundert in Indien, Persien oder China entstanden ist. Über diverse Zwischenstationen vom nahen Osten bis ins Byzantinische Reich und Russland wurde Schach zwischen dem 9. und 11. Jahrhundert auch im abendländischen Europa bekannt.

Im Hochmittelalter zählte das Schachspiel bereits zu den 7 ritterlichen Tugenden.

Um 1500 wurden die Schachregeln grundlegend geändert und Gangarten und Züge festgelegt, die auch heute noch gültig sind, wie zum Beispiel die Rochade.

1877 wurde der deutsche Schachbund in Leipzig gegründet.

Die erste Schachweltmeisterschaft hat im Jahr 1886 stattgefunden. Sieger war Wilhelm Steinitz.

1924 wurde der Weltschachbund FIDE gegründet.

In den 60er Jahren wurde nach England, Deutschland und Österreich die UdSSR zur führenden Schachnation.

Der Aufschwung

 

1972 wurde Bobby Fischer Schachweltmeister. Mitten im Kalten Krieg gewann er in Reykjavik gegen den amtierenden Weltmeister Boris Spasski. Die legendäre Begegnung wird als Match des Jahrhunderts bezeichnet und löste einen wahren Schachboom aus.

1993 gründet der Schachweltmeister Garri Kasparow nach einem Streit mit dem Weltschachbund FIDE zusammen mit dem englischen Großmeister Nigel Short die PCA (Professional Chess Association). Beide Organisationen führten nun Weltmeisterschaften aus und es gab zwei Schachweltmeister.

Nach der PCA-Weltmeisterschaft im Jahre 1995 löste sich die PCA wieder auf.

 

1997 verlor zum ersten Mal ein Schachweltmeister – Garri Kasparow – gegen einen Computer – Deep Blue von IBM.

2006 fand ein Wiedervereinigungsmatch zwischen dem amtierenden FIDE Weltmeister Wesselin Topalow und dem Weltmeister des ehemaligen PCA – Wladimir Kramnik – statt. Kramnik gewann das Spiel deutlich. Seitdem wird nur noch ein Weltmeister ermittelt und die FIDE ist für die Ausrichtung der Weltmeisterschaft verantwortlich.
Ende 2006 spielte der amtierende Schachweltmeister Wladimir Kramnik gegen den Schachcomputer Deep Fritz. Gewinner war Deep Fritz, wobei Kramnitz in der zweiten Partie ein Matt in einem Zug übersehen hat.

Schach heute

Die Schachweltmeisterschaft 2016 hat der Norweger Magnus Carlsen gegen seinen Herausforderer Sergej Karjakin gewonnen. Nach 10 Remis und je einem Sieg der beiden Spieler war ein Gleichstand von 6:6 erreicht. Im anschließenden Tie-Break gewann Carlsen in vier Schnellschach-Partien nach 2 Remis die letzten beiden Spiele. Carlsen steht damit seit 2011 ununterbrochen an der Spitze der Weltrangliste.

In den letzten Jahren ist Schach in den Medien nicht mehr so präsent, wie es noch in den 70er und 80er Jahren der Fall war, als in den meisten Wochenendbeilagen der Zeitungen immer auch ein Schachproblem zu lösen war.

Auch rufen Weltmeisterschaften kein riesiges Medienecho mehr hervor, wie es noch 1972 der Fall war, als der exzentrische Bobby Fischer gegen den amtierenden Weltmeister Spasski antrat. Oder als Garri Kasparow 1997 gegen den Computer Deep Blue verlor.

Dafür hat der Computer Einzug in die Schachwelt gehalten und es gibt unzählige Portale, in denen man Spiele nachspielen oder gegen den Computer antreten kann.

Doch an der Faszination dieses großartigen Spiels hat sich für viele Millionen Menschen auf der ganzen Welt nichts geändert.