Schach lernen

Sie wollen das Spiel der Könige lernen? Wir zeigen Ihnen Schritt für Schritt und leicht verständlich, wie es geht!

Die Regeln des Schachspiels

Schach wird nach den Regeln des Weltschachbunds FIDE gespielt. Die Abkürzung FIDE steht für Fédération Internationale des Échecs. Das ist die französische Bezeichnung für den internationalen Schachverband, der Dachorganisation der nationalen Verbände der Schachspieler. In Deutschland wird meist der Begriff Weltschachbund verwendet.

Das Spiel

Schach wird immer von zwei Spielern gespielt. Ein Spieler benutzt die weißen Steine, der andere die schwarzen. Es gibt 6 unterschiedlich Spielfiguren: König, Dame, Läufer, Springer, Turm und Bauer. Jede Spielfigur darf nur auf eine bestimmte Art bewegt werden, der Fachausdruck dafür ist „ziehen“. Jede Spielfigur kann auch schlagen. Das bedeutet, dass sie den Platz einer gegnerischen Spielfigur einnimmt und dem Gegner damit diesen Stein wegnimmt. Gezogen wird immer abwechselnd, wobei der Spieler mit den weißen Figuren immer den ersten Zug hat. Die Regeln untersagen es, einen Zug auszusetzen. Ziel des Schachspiels ist es, den König des Gegners matt zu setzen.

Wenn der König angegriffen wird und im nächsten Zug geschlagen werden kann, teilt der angreifende Spieler das durch die Ansage „Schach“ mit. Diese Ansage ist aber kein „Muss“. Es wäre keine Regelverletzung, wenn  „Schach“ nicht ausgesprochen wird.

Um den König zu retten haben Sie drei Möglichkeiten:

  • Sie schlagen die Figur, die den König angreift
  • Sie ziehen den König auf ein Feld, auf dem er nicht von einer Figur des Gegners angegriffen werden kann
  • Sie blockieren den Angriff, indem Sie eine eigene Figur zwischen die angreifende Figur des Gegners und Ihren König ziehen

Diese Blockade funktioniert aber nicht, wenn Ihr König von einem Bauern oder einem Springer des Gegners angegriffen wird. Warum das so ist, erklären wir Ihnen später. Haben Sie keine Möglichkeit, Ihren König zu schützen oder zu retten, wird das „Schachmatt“ genannt. Der Spieler, der den gegnerischen König matt gesetzt hat, hat das Spiel gewonnen und das Spiel ist damit beendet. Wobei der König aber niemals wirklich geschlagen und vom Spielbrett entfernt wird.

Matt setzen wird in den FIDE-Regeln so definiert:

„Das Ziel eines jeden Spielers ist es, den gegnerischen König so „anzugreifen“, dass der Gegner keinen regelgemäßen Zug zur Verfügung hat. Der Spieler, der dieses Ziel erreicht, hat den gegnerischen König „matt gesetzt“ und das Spiel gewonnen. Es ist nicht erlaubt, den eigenen König im Angriff stehen zu lassen, den eigenen König einem Angriff auszusetzen oder den König des Gegners zu schlagen. Der Gegner, dessen König matt gesetzt worden ist, hat das Spiel verloren.“

Ein Schachspiel kann aber auch aus anderen Gründen beendet werden:

Ein Spieler kann erklären, dass er aufgibt. Hier die FIDE-Regel dazu: Die Partie ist von dem Spieler gewonnen, dessen Gegner erklärt, dass er aufgebe. Damit ist die Partie sofort beendet. Ein Schachspiel kann auch unentschieden enden. Der Fachausdruck dafür ist Remis. Und so wird ein Remis in den FIDE-Regeln erklärt: „Ist eine Stellung erreicht, in der keinem der beiden Spieler das Mattsetzen des gegnerischen Königs mehr möglich ist, ist das Spiel „remis“ (unentschieden)“ Es gibt aber auch noch andere Gründe, warum ein Spiel als remis beendet wird. Wir zitieren im Folgenden jeweils die FIDE-Regeln. Auch bei einer Pattstellung wird die Partie als remis gewertet. „Die Partie ist remis, wenn der Spieler, der am Zug ist, keinen regelgemäßen Zug zur Verfügung hat und sein König nicht im Schach steht. Eine solche Stellung heißt „Pattstellung“.

Damit ist die Partie sofort beendet, vorausgesetzt, dass der Zug, der die Pattstellung herbeigeführt hat, mit Artikel 3 und den Artikeln 4.2 bis 4.7 übereinstimmte.“ Ebenfalls wird die „tote Stellung“ als remis gewertet. „Die Partie ist remis, sobald eine Stellung entstanden ist, in welcher keiner der Spieler den gegnerischen König mit irgendeiner Folge regelgemäßer Züge matt setzen kann. Eine solche Stellung heißt „tote Stellung“. Damit ist die Partie sofort beendet, vorausgesetzt, dass der Zug, der die Stellung herbeigeführt hat, mit Artikel 3 und den Artikeln 4.2 bis 4.7 übereinstimmte.“ „Die Partie ist remis durch eine von den beiden Spielern während der Partie getroffene Übereinkunft. Damit ist die Partie sofort beendet.“ „Die Partie darf remis gegeben werden, falls eine identische Stellung mindestens zum dritten Mal auf dem Schachbrett entstanden ist oder sogleich entstehen wird.“ „Die Partie darf remis gegeben werden, falls mindestens die letzten 50 Züge von jedem Spieler ausgeführt worden sind, ohne dass irgendein Bauer gezogen oder irgendeine Figur geschlagen wurde .“

Das Schachbrett

schachbrettaufstellung

 

Das Schachbrett ist quadratisch und hat an jeder Seite 8 Felder, das ergibt insgesamt 64 Felder. Die Felder sind abwechselnd schwarz und weiß. Daher stammt auch der Begriff „Schachbrettmuster“. Das Schachbrett wird immer so aufgestellt, dass ein Spieler in der ersten Reihe des Schachbretts in der rechten Ecke ein weißes Feld hat.

Auf grafischen Darstellungen sind die waagrechten Felder, die Reihen genannt werden, mit den Buchstaben a-h gekennzeichnet. Die senkrechten Felder, die Linien genannt werden, sind mit den Ziffern 1-8 durchnummeriert.

So ist jedes Feld auf dem Schachbrett genau mit einem Buchstaben und einer Ziffer definiert. Das ermöglicht es, jede Schachpartie genau aufzuschreiben und nachspielen. a1 ist immer das linke Eckfeld des Spielers mit den weißen Steinen. h1 ist immer das rechte Eckfeld des Spielers mit den weißen Steinen. Diagonalen werden die Felder genannt, die diagonal zusammenhängen und dieselbe Farbe haben. Zum Beispiel a1 bis h8 oder a2 bis g8.

Die Spielfiguren

Schachfiguren pro Spieler:

1 König

1 Dame

2 Türme

2 Läufer

2 Springer

8 Bauern

Schachspiel-Figuren im Überblick

Die Spielzüge der einzelnen Schachfiguren

Der König

Der König darf immer nur 1 Feld weiter bewegt werden. Einzige Ausnahme ist die Rochade, dazu später mehr. Der König kann in alle Richtungen bewegt werden – also nach rechts oder links, nach vorne oder nach hinten, geradeaus und schräg. Aber er darf auf kein Feld gesetzt werden, das von einem gegnerischen Stein bedroht wird.

GIF König Bewegung

Die Dame

Die Dame darf in alle Richtungen ziehen, gerade und schräg, nach vorne und nach hinten und über beliebig viele Felder.

Aber sie darf dabei nie andere Steine überspringen. Weder die eigenen, noch die des Gegners.

GIF Dame Bewegung

Der Läufer

Der Läufer darf nur diagonal ziehen, dabei aber in alle Richtungen und vor und zurück. Aber er darf – wie die Dame – keine Steine überspringen.

GIF Läufer Bewegung

Der Springer

Die offizielle Beschreibung des FIDE für das Ziehen des Springers lautet so: „Der Springer darf auf eines der Felder ziehen, die seinem Standfeld am nächsten, aber nicht auf gleicher Linie, Reihe oder Diagonalen mit diesem liegen.“ Aber keine Angst vor schwierigen Beschreibungen, es geht auch einfacher.

Der Springer führt den sogenannten „Rösselsprung“ aus. Der Springer zieht erst ein Feld geradeaus und dann schräg auf das nächste Feld. Oder anders ausgedrückt: Der Springer zieht zwei Felder geradeaus und eines zur Seite. Der Springer ist die einzige Figur, die andere Steine überspringen darf.

GIF Springer Bewegung

Der Turm

Der Turm darf nur geradeaus ziehen. Er kann nach rechts oder nach links bewegt werden und vor und zurück, aber niemals diagonal. Der Turm kann über mehrere Felder gezogen werden. Er kann einen Stein des Gegners schlagen, darf aber Steine, auch eigene, die ihm im Weg stehen, nicht überspringen.

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Der Bauer

Der Bauer darf immer nur ein Feld geradeaus ziehen. Ausnahme ist der erste Zug aus der Grundstellung: hier darf der Bauer auch 2 Felder nach vorne bewegt werden. Der Bauer darf sich nicht rückwärts bewegen. Er schlägt schräg nach rechts oder links vorne und ist damit die einzige Figur im Spiel, die anders schlägt, als sie sich bewegt.

Wenn der Bauer das letzte Reihe erreicht hat, muss er sofort in eine andere Figur umgewandelt werden. Eine Dame, einen Turm, einen Läufer oder einen Springer.

GIF Bauer Bewegung

Besonderheiten der Figuren und Spezialzüge

Der König

Der König ist die wichtigste Figur im Schachspiel. Wenn er matt gesetzt worden ist, ist das Spiel verloren. Wie der König gezogen wird, haben wir Ihnen schon erklärt.

Es gibt für den König aber auch noch einen Spezialzug, die Rochade. Bei diesem Spezialzug darf der König in einem Zug zwei Felder weit gezogen werden und die Rochade ist der einzige Zug im Schachspiel, in dem zwei Figuren bewegt werden müssen. Die Rochade ist ein Doppelzug von König und Turm und wird meist dazu verwendet, das Spiel schneller zu entwickeln. Oder um den König aus der Brettmitte zu ziehen, in der er gefährlichen Angriffen ausgesetzt sein kann.

Aber Achtung: Als erstes muss immer der König gezogen werden!

Es gibt die kleine und die große Rochade.

Für beide Varianten müssen folgende Voraussetzungen erfüllt sein:

  • der König und der Turm dürfen vorher nicht gezogen haben
  • zwischen dem König und dem Turm, mit dem rochiert werden soll, darf sich keine Figur befinden
  • der König darf nicht im Schach stehen
  • die Felder, über die der König gezogen werden muss, dürfen nicht bedroht sein
  • der König darf auf kein bedrohtes Feld ziehen

Durchführung der Rochade:

König und Turm stehen in ihrer Anfangsstellung. Der König wird um zwei Felder in Richtung Turm versetzt. Dann wird der Turm auf das Feld gesetzt, das der König soeben überquert hat.

GIF kleine Rochade

Kleine Rochade

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Große Rochade

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Die Dame

Die Dame ist die stärkste Figur im Spiel, weil sie in alle Richtungen ziehen und schlagen darf.

Der Springer

Der Springer ist ein gefährlicher Gegner. Sie können sich vor seinem Angriff nicht schützen, indem sie eine andere Figur vor ihn stellen. Denn der Springer darf als einzige Spielfigur andere Figuren überspringen. Wenn im Schachspiel eine Figur zwei Figuren des gegnerischen Spielers angreift, nennt man das eine Gabel.

Eine der effektivsten ist die Springergabel.

Bei diesem Beispiel kann der Spieler mit den schwarzen Steinen nur 1 Turm retten.

Eine Abwandlung der Springergabel ist das sogenannte Familienschach. Bei dieser Stellung greift der Springer gleichzeitig den König und mindestens eine andere Spielfigur an.

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Springergabel

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Familienschach

Der Turm

Auch der Turm ist eine starke Figur im Schachspiel. Mit zwei Türmen können Sie den gegnerischen König mattsetzen. Und je mehr sich das Spielfeld geleert hat, um so wirksamer können die Türme auch im Angriff eingesetzt werden.

Der Bauer

Die Züge des Bauern haben wir Ihnen bereits erklärt.

Aber der Bauer kann auch noch einen Spezialzug machen, der „Schlagen en passant“ genannt wird. Ein Bauer kann beim ersten Zug zwei Felder nach vorne gezogen werden. Somit könnte der Bauer einem Angriff des gegnerischen Spielers ausweichen, indem er das angegriffene Feld einfach überspringt. Um das zu verhindern wurde die „Schlagen en passant-Regel“ eingeführt.

Hier die FIDE-Erklärung für diesen Zug:

„Ein Bauer, der auf derselben Reihe auf einem unmittelbar angrenzenden Feld wie ein gegnerischer Bauer, der soeben zwei Felder von seiner Anfangsstellung vorgerückt ist, steht, darf diesen gegnerischen Bauern so schlagen, als ob letzterer nur um ein Feld vorgerückt wäre. Dieses Schlagen ist nur in dem unmittelbar nachfolgenden Zug regelgemäß und wird „Schlagen en passant“ genannt.“

Wenn der weiße Bauer aus der Startposition zwei Felder weit bewegt worden ist und der schwarze Bauer das Feld angreift, über das der weiße Bauer gezogen worden ist, dann kann der weiße Bauer so geschlagen werden, als ob er nur über ein Feld gezogen worden wäre.

Die nächste Illustration zeigt Ihnen, dass der Bauer mit einer Bauerngabel den gegnerischen Spieler gut unter Druck setzen kann.

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En Passant

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Bauergabel

Die Aufstellung der Figuren

Am Anfang werden Sie sicher ein bisschen Zeit brauchen, um alle Figuren aufzustellen. Doch keine Angst – das wird sehr schnell zur Routine, über die Sie nicht mehr lange nachdenken müssen.

Wir erklären hier die Aufstellung für den Spieler mit den weißen Steinen. Analog gilt natürlich das Gleiche für den Spieler mit den schwarzen Steinen.

Die weiße Dame steht immer auf d1.

Rechts neben ihr steht der König.

Rechts vom König und links von der Dame steht je ein Läufer.

Rechts von jedem Läufer steht je ein Springer.

Und ganz am Rand des Brettes steht je ein Turm.

In der zweiten Reihe stehen alle Bauern.

Die Ausführung der Züge

Auch zu diesem Punkt gibt es beim Schach klare Regeln.

  • Jeder Zug muss mit einer Hand alleine ausgeführt werden.
  • Sie dürfen Ihre Figuren auch nicht einfach mal so zurechtrücken. Wenn Sie dies vorhaben, müssen es auch ankündigen. Durch „ich korrigiere“ oder „j’adoube“. Aber das dürfen Sie nur machen, wenn Sie am Zug sind.
  • Wenn Sie bereits eine Ihrer Figuren berührt haben, dann müssen Sie mit dieser Figur auch ziehen, wenn sich ein gültiger Zug ausführen lässt.
  • Sobald Sie die Figur, mit der sie gezogen haben, auf das neue Feld setzen und loslassen, kann dieser Zug nicht mehr zurückgenommen werden.
  • Wenn Sie eine Figur des Gegners berühren, dann müssen Sie diese auch schlagen, sofern das regelkonform möglich ist.

Bevor wir jetzt zu Spieleröffnungen kommen, geben wir Ihnen einige grundlegende Tipps für ein erfolgreiches Spiel!

Tipps

1) Lassen Sie sich Zeit!

Schach ist ein Strategiespiel. Jeder Zug will überlegt und geplant sein. Und Sie müssen auch immer noch die möglichen Reaktionen Ihres Spielgegners in Ihre Überlegungen mit einbeziehen.

2) Frühe Rochade

Da der König in der Ausgangsstellung in der Brettmitte steht, ist er hier leichtes Ziel für gefährliche Angriffe. Mit einer Rochade bringen Sie ihn am Rand des Schachbretts in weniger gefährliche Gefilde. Sie sollten aber dann auf jeden Fall die Bauern so weit möglich auf ihren Feldern stehen. Sie geben dem König zusätzlichen Schutz.

3) Am Beginn des Spiels möglichst alle Figuren nur einmal ziehen

So bekommen Sie alle Figuren ins Spiel. Wenn die Figuren in der Grundposition bleiben, haben sie nur einen eingeschränkten Aktionsspielraum. Je früher Sie alle Ihre Figuren entwickeln, desto größer ist Ihr Vorteil.

4) Ziehen Sie Ihre Bauern möglichst wenig

Je weiter Sie Sie Ihre Bauern nach vorne bringen, desto leichter können sie von den Spielfiguren Ihres Gegners angegriffen werden.

5) Bringen Sie Springer und Läufer schnell auf Felder, auf denen diese Figuren effektiver eingesetzt werden können.

Für den weißen Springer wäre das f3 oder c3. Für den weißen Läufer c4, b5 und g5. Der Springer hat in der Ausgangsposition am Rand nur 2 Möglichkeiten zu ziehen. Steht er hingegen auf c3 haben Sie schon 5 Zugmöglichkeiten für den Springer.

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6) Achten Sie darauf, die Dame nicht zu früh ins Spiel zu bringen

Neben dem König ist die Dame Ihre wichtigste Spielfigur. Je weiter vorne sie steht, desto angreifbarer ist sie. Im Bedrohungsfall müssen Sie die Dame auf ein anderes Feld ziehen. Und damit verlieren einen Zug, den Sie besser zur Weiterentwicklung für eine andere Figur verwenden sollten.

7) Achten Sie zu Beginn des Spiels besonders auf die Felder f2 und f7

Diese beiden Felder werden zu Beginn nur vom König geschützt. Sie können daher leicht von von zwei gegnerischen Figuren angegriffen werden. Im schlimmsten Fall droht Ihnen dann ein Matt.

8) Verbinden Sie möglichst frühzeitig Ihre Türme

Wenn die beiden Türme auf  freien Linien stehen, decken sie sich gegenseitig.

9) Achten Sie auf das Zentrum

Die Felder  d4, e4, d5 und e5 bilden das Zentrum des Spielbretts. Wer das Zentrum beherrscht, kontrolliert meist auch das Spiel. Sie sollten versuchen, das Zentrum mit Bauern zu besetzen und andere Figuren so positionieren, dass sie das Zentrum decken oder angreifen.

 

In der nächsten Grafik zeigen wir Ihnen einen Spielaufbau, der das Zentrum optimal nutzt.

Die Eröffnung

Als Eröffnung bezeichnet man in der Regel die ersten Züge einer Schachpartie. Dann folgen das Mittelspiel und das Endspiel. Es gibt kein festgesetzte Anzahl von Zügen, die während der Eröffnung, des Mittelspiels oder des Endspiels gemacht werden müssen. Meist geht man davon aus, dass die Eröffnung beendet ist, wenn die Figuren entwickelt worden sind.

Es gibt drei verschiedene Arten von Eröffnungen: offen, geschlossen und halboffen

Alle Eröffnungen, die damit beginnen, dass Weiß den Bauern von e2 auf e4 zieht und Schwarz den Bauern von e7 auf e5 werden offene Eröffnungen genannt. Dazu zählen die italienische und die spanische Eröffnung.

Die halboffene Eröffnung beginnt wieder damit, dass Weiß den Bauern von e2 auf e4 zieht, Schwarz aber einen anderen Zug als bei der offenen Eröffnung macht.

Als geschlossene Eröffnung bezeichnet man alle Eröffnungen, die nicht mit dem Zug von Weiß e2 auf e4 beginnen.

Offene Eröffnung

Beispiel: Damen Gambit

Die italienische Partie

Eine einfache Eröffnung für Anfänger ist die Italienische Partie. Sie ermöglicht beiden Spielern schnell ihre Figuren zu entwickeln und eine Rochade zu machen.

Die italienische Partie gehört zu den offenen Spielen und beginnt in der Regel mit folgenden Zügen:

  1. e2-e4 e7-e5
  2. Sg1-f3 Sb8-c6
  3. Lf1-c4 Lf8-c5

Zunächst besetzen beide Spieler das Zentrum mit einem Bauern. Dann werden die Springer positioniert. Wobei zuerst Weiß den Springer auf f3 zieht und damit den schwarzen Bauern bedroht. Schwarz kontert damit, dass er seinen Springer auf c6 zieht und damit seinen Bauern deckt.

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Um möglichst schnell eine Rochade machen zu können, zieht Weiß den Läufer auf c4. Schwarz kann ebenfalls den Läufer entwickeln und auf c5 ziehen. Andere Möglichkeit wäre den Springer auf f6 zu ziehen. Damit ist der weiße Bauer auf e4 gefährdet und muss verteidigt werden. Das könnte Weiß damit machen, dass der Bauer von d2 auf d3 gezogen wird. Das hat für Weiß den Vorteil,  dass der Läufer auf c1 entwickelt werden kann.